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Credit: pixabay

„Gehe nicht über Los und ziehe nicht 200 Euro ein.“ Jeder Monopoly-Spieler kennt diese Spielkarte und ähnlich wie bei „Mensch ärgere dich nicht“ frustriert sie. Willkommen im zweiten harten Lockdown! Die Prognosen waren klar, die Zahlen haben eindeutiges gezeigt und zeigen es nach wie vor, und die Konsequenzen? Ja, darüber lässt sich streiten. Fakt ist, dass wir mit den Entscheidungen der Bundesregierung leben müssen, ob es uns gefällt oder nicht. Fakt ist auch, dass Zahlen der Hospitalisierungen und Patienten auf den Intensivstationen dramatisch gesenkt werden müssen. Dennoch bleiben so viele Fragen offen, dass es diesen Kommentar wahrscheinlich sprengen würde. Eine grundlegende Frage muss gestattet sein: Warum wurden nicht schon viel früher solche Konsequenzen gezogen, mit denen alle leben können, aber am Ende einen harten Lockdown womöglich vermieden hätten? Mittlerweile kann man auch nicht mehr sagen, dass Regierungen weltweit noch nie mit einer solchen Pandemie etwas zu tun hatten. Warum? Mit dem Start in den Sommer beziehungsweise die Sommerferien war klar, dass eine gute Vorbereitung auf den Herbst die halbe Miete hätte sein können. Mit den Reiserückkehrern aus anderen Ländern wurden überraschenderweise plötzlich Cluster entdeckt. Familienfeiern erzeugten Anstiege an Infektionszahlen. Mit der Erhöhung der Testungen schnellten diese Zahlen in die Höhe. Leichte Einschränkungen im täglichen Leben haben die Infektionszahlen nicht reduziert. Nun ist wieder alles zu, Betrieben wird Home-Office empfohlen und die Schüler sind wieder im Distance-Learning. Gerade der letzte Punkt ist vieldiskutiert und muss sich mit harter Kritik auseinandersetzen. Warum wurde nicht klar kommuniziert, dass das Schuljahr 2020/21 aufgrund der Pandemie ein Jahr mit besonderen Maßnahmen werden wird? Warum wurden nicht gleich zu Beginn des Schuljahres Klassen geteilt? Die eine Hälfte der Klasse hat Unterricht in den Schulen und die andere Hälfte Unterricht im Distance-Modus. Danach erfolgt ein alternierender Wechsel. Warum wurden die Öffis von der Politik nicht angewiesen, während der Schulzeit mehr Busse und Zuggarnituren einzusetzen? Teilweise waren die Öffis am Morgen und zum Schulschluss völlig überfüllt: mit Schülern, Berufspendlern und Senioren, die gerne einen Ausflug machen wollten. Aber laut Experten gab es dort die geringste Ansteckungsgefahr. Gott sei Dank! Was hat die Kritik aller Gewerkschaften, Lehrer- und Elternverbände und Bildungsexperten gebracht, Schulen ja nicht zu schließen, wenn jetzt doch alles zu ist? Was bringt eine Betreuung an den Schulen im jetzigen Lockdown, wenn nicht unterrichtet wird, aber im Grunde jedes Kind in die Schule könnte?


Zahlreiche Schulen informierten die Eltern per Mail, dass der Unterricht nun wie im ersten Lockdown umgesetzt wird. Was aber, wenn diese Konsequenzen nur unzureichend beziehungsweise nicht gut umgesetzt wurden und werden? Hat jedes Kind Zugang zu den Materialien und hat jedes Kind regelmäßig Kontakt zu den Lehrern? Falls ein Lehrer immer noch glaubt, dass eine Mail an die Schüler am Anfang der Woche oder das Mitgeben von gefühlt 400 Arbeitsblättern ein adäquates Distance-Learning ist, der hat immer noch nicht verstanden, welche langfristigen Konsequenzen solch ein Handeln bewirkt.

Auch der Applaus an alle Menschen, die in systemrelevanten Bereichen arbeiten, ist längst verhallt. Das #miahebanzemma ist nur noch ein Schatten einer guten Idee. Die Vermittlung von Sicherheit seitens der Regierung wird durch konfuse Regelungen und komplizierte Förderungen komplett unterdrückt. Am Ende steht jeder für sich alleine da, wird alleine gelassen. Und doch sind wir alle verantwortlich, dass ein normales Leben bald weitergehen kann. Aber was ist schon normal?

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