Direkt zum Hauptbereich

Gedankenspiel der anderen Art

 


Ich bin ein großer Science-Fiction-Fan. Zum einen mag ich zukünftige Szenarien, die es wahrscheinlich nie geben wird und zum anderen spiele ich gerne mit dem Gedanken, wie wir uns gesellschaftlich weiterentwickeln könnten unter Berücksichtigung unserer Vergangenheit und derzeitigen Situation. Mit Zukunftsszenarien beschäftigen sich nicht nur Autoren und Filmindustrie, sondern auch Wissenschaftler. Sogenannte Zukunftsforscher. Der Blick dieser Forscher ist nicht so weit in die Zukunft gerichtet. Sie nehmen anhand tatsächlicher Daten verschiedene Szenarien für einen zeitnahen Bereich an. Dabei gibt es Abweichungen, denn verschiedene Variablen in dieser Szenarien-Berechnung können sich immer wieder unterscheiden.

 

Kommen wir in diesem Gedankenspiel aber zurück auf die Science-Fiction-Ebene. Nehmen wir einmal an, dass wir nicht ganz alleine im Universum sind. Wäre ja sonst eine regelrechte Platzverschwendung in Anlehnung an den Film Contact. Gehen wir also einen Schritt weiter und nehmen an, dass es noch anderes Leben außerhalb unseres Sonnensystems gibt, das uns technologisch und intellektuell weit voraus ist. Diese Wesen sind bestrebt, andere Lebewesen im Universum zu erkunden, um dann mit diesen eventuell sogar Kontakt aufzunehmen. In der Annahme, dass diese Wesen friedlicher Natur sind – wir müssen ja nicht immer nur von unserem Standpunkt ausgehen – beobachten sie uns erst einmal aus sicherer Entfernung.

 

Was werden sie sehen? Zuerst einmal einen wunderschönen blauen Planeten mit einer unglaublichen Artenvielfalt. Bei einer genaueren Analyse werden sie feststellen, dass es eine Art gibt, die vom technischen Standard und von der intellektuellen Entwicklung höher einzustufen ist als die anderen Lebewesen auf diesem blauen Planeten. Sie nennen sich selbst Menschen. Und diese Menschen sehen sich als erhabene Wesen über all die anderen Lebewesen. Was die Beobachter aber noch sehen, ist die stetige Zerstörung des eigenen Lebensraumes durch individuelle Interessen. Die technische Entwicklung geht zwar voran, aber von einem kollektiven Miteinander sind die Menschen weit entfernt. Überall auf dem blauen Planeten entdecken die Beobachter Neid, Missgunst und Ausbeutung. Selbst der eigenen Spezies Mensch wird Leid angetan. 

 

Die Beobachter errechnen anhand der vorliegenden Daten, dass die Spezies Mensch zwar weiterentwickelt ist als andere Lebewesen in diesem Sonnensystem, aber die Daten ergeben auch, dass sie langfristig keine Chance haben, sich und all die anderen Lebewesen auf diesem blauen Planeten zu retten. Dieses Zukunftsszenario der sogenannten außerirdischen Beobachter veranlasst sie nach möglich intelligenten Wesen in anderen Bereichen des Universums zu suchen. Denn eine Einmischung oder gar Hilfe für die Menschen wäre aus der Sicht dieser Beobachter nicht sinnvoll und würde mitunter nur zu Konflikten führen.  

 

Zugegeben, all dies sind nur Gedankenspiele und sehr pessimistisch und vielleicht sehr weit hergeholt. Dennoch lohnt es sich einmal darüber nachzudenken, was sein könnte und in welche Richtung wir uns weiterentwickeln. Falls Sie als Leser jetzt sagen, das ist schon längst klar und dafür benötigt es kein Science-Fiction-Gedankenspiel, dann noch ein Zusatz von mir: Sollte die Mehrheit von uns wirklich so denken, dann sind wir an einem dramatischen Punkt der Resignation angelangt und unser Denken ist nicht mehr für unsere eigene Zukunft und erst recht nicht für zukünftige Generationen ausgelegt. Nur das Hier und Jetzt ist nicht ausreichend und zeigt allenfalls, dass es so nicht weitergehen kann und darf.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Die tapfere neue Welt

Vor mehr als einem Jahr wurde uns das beflügelte Wort der „neuen Normalität“ untergejubelt. Die meisten von uns konnten und können sich recht wenig darunter vorstellen. Seit Mitte dieser Woche wagen wir einen großen Schritt in diese vermeintlich „neue Normalität“. Einen gewissen Vorgeschmack hatten wir ja vergangenen Sommer mit großzügigen Öffnungsschritten und noch großzügigeren Warnungen vor einer nächsten Infektionswelle. Doch nun stehen wir mit einem anderen Set-up vor der nächsten Öffnungswelle. Wir haben Impfstoffe und wir können uns impfen lassen - auf freiwilliger Basis. Diese Grundlage war vergangenen Sommer noch eine „Was-wäre-wenn-Rechnung“.    Was aber ist nun wirklich diese „neue Normalität“ und was haben wir aus dieser weltweiten Pandemie gelernt? Mit Verlaub, die Pandemie ist nach wie vor da, nur haben es manche Länder und Staaten mit einer guten Gesundheitsinfrastruktur und viel Geld besser in der Hand als manch andere - sogenannte Schwellen- oder Drittweltl...

Neid ist ein schlechter Freiheitskämpfer

Die Urlaubszeit steht an. Kurz noch im Internet die preisgünstigsten Angebote eingeholt und mit einem Klick ist der Familienurlaub gebucht. Vor dem Bezahlmodus wird man noch aufgefordert, die ID seines grünen Passes einzugeben. Auch die Nummern der restlichen Familienmitglieder müssen eingegeben werden. Das Buchungsportal prüft kurz mit einem Verifizierungsalgorithmus die Echtheit der Passnummer. Ende der Überprüfung. „Vielen Dank für die Buchung und einen erholsamen Urlaub!“, bekommt man als Bestätigung für den bevorstehenden Familienurlaub. Mittlerweile ist der grüne Pass ein ständiger Begleiter in Größe einer EC-Karte. Praktisch, denn sie hat ebenfalls eine kontaktlose Überprüfungsfunktion. Überall, wo der Pass als Kontrolle dient, wird er einfach gescannt und schon hat man Zutritt zu sämtlichen Freizeiteinrichtungen.   Die Durchimpfungsrate ist mittlerweile europaweit bei nahezu 80 Prozent. Zumindest bei denjenigen, die es auch wollen.   Die Ausgangsbeschränkungen und ...

Recht und Pflicht

Nein, das wird keine juristische Abhandlung, aber ein kleiner Ausflug für eine Klarstellung soll mir erlaubt sein: Wenn etwas juristisch rechtlich verankert ist, dann wird es für uns Bürger zur Pflicht, dies zu befolgen. Beispiel Drogenkonsum – egal welche Droge – ist im Straßenverkehr nicht erlaubt. Das wird gesetzlich geahndet.    Komplett anders verhält es sich im alltäglichen Gebrauch der beiden Termini. Was sind aber nun die Rechte und Pflichten, die jeder von uns moralisch und ethisch hat? Wenn ein Politiker - eine Person des öffentlichen Interesses und im öffentlichen Leben stehend - Unrechtes getan hat, wäre es dann nicht seine Pflicht, Konsequenzen daraus zu ziehen? Ja, es ist das Recht des beschuldigten Politikers zu sagen, stimmt alles nicht, ich warte auf ein juristisches Urteil. Aber das kann erfahrungsgemäß dauern und sich ziehen. Somit erwartet die Bevölkerung, dass es seine moralische Pflicht wäre, sich zu entschuldigen und eventuell als Ko...