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Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!

pixabay

Unsere Gesellschaft ist in viele Systeme unterteilt, in denen Menschen nicht nur arbeiten, sondern zugleich auch Teil des Gesamten sind. Das mag auf den ersten Blick etwas kompliziert sein, ist es im Grunde nicht wirklich. Viele dieser Systeme bauen auf einer wesentlichen Säule auf: Vertrauen. Nehmen wir das Gesundheitssystem. Wenn ich krank bin, einen Unfall habe oder gesundheitlich Hilfe benötige, dann bediene ich mich bei dem Gesundheitssystem. Das ist in Österreich gut ausgebaut und auf einem sehr hohen fachlichen Niveau. Als Hilfesuchender bin ich auf Menschen angewiesen, die sich auskennen und mir das Vertrauen geben, dass mir geholfen wird. Würde ich dem System nicht vertrauen oder selbst Experte sein, dann würde ich keine Hilfe suchen. Logisch. In anderen Systemen wie Bildung, Politik oder dem Vereinswesen ist das Vertrauen ebenso ein Grundpfeiler. Vor oder neben diesem Prinzip des Vertrauens stehen Gesetze. Das bedeutet, dass jedes System mithilfe dieser kontrolliert werden kann und darf. In diesem Rahmen gemachte Kontrollen geben dem Einzelnen wiederum Vertrauen in das jeweilige System. Also gibt es neben dem Bauchgefühl auch eine rechtliche Grundlage, die Vertrauen fördert. Jeder, der ein Haustier hat, wird mir zustimmen, dass, wenn ein Tier einmal das Vertrauen verloren hat, es extrem schwierig ist, dieses wiederzugewinnen. Das funktioniert bei Menschen teilweise etwas leichter, da wir imstande sind, negative Erlebnisse besser zu verdrängen oder gar zu vergessen. Schwieriger wird es nur dann, das verlorene Vertrauen wiederzugewinnen, wenn schwerwiegende, tiefschürfende Ereignisse vorgefallen sind. Diese empfinden wir dann als Verletzung oder Enttäuschung. Beispiele kennt man aus Beziehungen mit einem Partner. 

 

Leider wurden in den letzten Jahren immer wieder Unregelmäßigkeiten, korrupte Handlungen und gesetzeswidrige Aktionen in diversen Systemen aufgedeckt, die die Doppelwirkung des Vertrauens beschädigt oder gar zerstört haben. Eine gewisse Sicherheit, die man sich selbst aufgebaut hat, wird durch korrupte oder unprofessionelle Missstände kaputtgemacht. Das hat zur Folge, dass jeder, der Vertrauen aufgebaut hat, dieses verliert und mitunter auch anfängt, an sich selbst zu zweifeln. Das kann gefährlich sein, denn es eröffnet vielleicht Wege für mitunter komplett falsche Ideologien und Wertevorstellungen. Eben, weil der Zweifel an das eigene Urteilsvermögen und Vertrauen durch Enttäuschungen kaputt gemacht wurde. Falsche Propheten sprießen dann wie die Pilze aus dem Boden, wenn das System einmal beschädigt wurde. Das finden wir in der Politik, dem Gesundheits- und dem Bildungssystem genauso wie in anderen kleineren Kategorien unseres täglichen Lebens. Und am Ende wundern sich Politiker und Experten, dass Menschen falsche Vorstellungen und Einstellungen zu manchen Themen haben. Menschen fangen dann an, nach Alternativen zu suchen, ohne sich dabei zu hinterfragen, ob und welche Auswirkungen diese Alternativen haben. Diese Entwicklung ist nicht neu, aber sie wird immer gefährlicher. Am Ende ist es aber ein hausgemachtes Dilemma. Schuld sind natürlich nie die, die durch bewusst falsches oder korruptes Handeln das Vertrauen verspielt haben. Schuld für die Irrwege mancher Mitbürger sind nur die falschen Propheten. 

 

Schade, wenn am Ende Systeme kaputt gehen, nur weil Menschen, die Teil der Gesellschaft sind, den Hals nicht voll genug bekommen und Gier und Macht alle moralischen Instanzen aushebeln. Den Preis dafür zahlen am Ende wir alle.


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