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Wie soll ich das erklären?

Wie würden Sie einem Kind die Welt von heute erklären. Das Alter des Kindes spielt dabei keine Rolle. Nehmen wir einfach an, es ist ein Kind, das alles versteht und eben genau mit solch einer Frage auf Sie zukommt. Was passiert denn gerade auf der Welt? Wüssten Sie, womit Sie anfangen sollten? Was Sie erwähnen und auslassen würden? Beginnen wir mit den Dingen, die Sie mitunter selbst nicht ganz verstehen. Ich würde diese Ereignisse auslassen. Und da kommen wir schon zum größten Dilemma: Das sind ganz schön viele Dinge, die passieren, aber nicht wirklich verstanden werden oder kognitiv durch einen persönlichen Schutzmechanismus etwas vernebelt wirken. Ereignisse, die wir alle medial jeden Tag mitbekommen, aber die wenigsten von uns verstehen wirklich, worum es dabei im Detail geht. Ist manchmal auch nicht wichtig, aber bei Erklärungsversuchen kommt man dann öfter ins Stocken und fragt sich selbst, was selbst verstanden wurde. Das ist ein enorm wichtiger Punkt. Warum? ...
Letzte Posts

Und welche Generation sind Sie?

Ob Baby-Boomer, Generation X oder Alpha, wir werden, ob wir es wollen oder nicht, schön brav nach Generation kategorisiert. Ich zum Beispiel gehöre laut Definition zur Generation X (circa 1965-1979). Warum auch immer?    Derzeit hört und liest man in den Medien immer wieder von der Lost Generation, also von der verlorenen Generation. Das sind junge Menschen, die sich aktiv für den Erhalt unseres Zuhauses Sorgen machen und dafür auch Zeichen setzen. An dieser Stelle ist es mir wichtig, zwei Dinge zu betonen: Ich werde die einzelnen Aktionen der Lost Generation nicht bewerten und beurteilen und das, was ich Zuhause nenne, sollte allen unter dem Namen Erde bekannt sein. Und wie wir alle wissen – egal welches Bildungsniveau jeder Einzelne hat – haben wir nur diese eine Erde.   Einige Journalisten und Soziologen vergleichen die Lost Generation mit den Protesten der 68er-Bewegung. Die Inhalte sind völlig verschieden, aber das Bild nach außen ist durchaus vergleichbar. Junge...

Leistbare Perspektiven fehlen

Als ich mich kürzlich mit einem Kollegen unterhalten habe, meinte er in einem Nebensatz zur Thematik Teuerung, Inflation und Co., dass es auf die Perspektive ankomme. Er selbst war drei Wochen in Norwegen im Urlaub. Dort sei alles so unvorstellbar teuer, dass das Leben bei uns wieder günstig erscheine. So würde man für eine normale Pizza Salami ohne viel Chichi schon einmal 30 Euro bezahlen. Das mag zwar stimmen und es klingt unfassbar teuer, aber die Menschen in Norwegen verdienen im Schnitt einfach wesentlich mehr als wir. So gesehen wäre für die Norweger ein Urlaub bei uns in einem Fünf-Sterne-Hotel in Lech wahrscheinlich ein Billigurlaub. Auch das ist eine Perspektive, die man einnehmen kann. Daher muss grundsätzlich die Frage gestellt werden, ob ein dreiwöchiger Urlaub in Norwegen die Verhältnismäßigkeiten zur derzeitigen Verteuerung der Lebenserhaltungskosten repräsentativ widerspiegelt? Nein, tut es nicht, denn wer sich einen solchen Urlaub leisten kann, der h...

Wert der Arbeit

Haben Sie sich schon einmal Gedanken gemacht, was Ihre Arbeit wert ist? Im Grunde leicht auszurechnen. Man nehme den Monatsgehalt und bricht diesen auf die Stunde herunter. Eine Stunde Ihrer Arbeit ist X Euro wert. Aber ist das wirklich der Wert, den auch Sie selbst so definieren würden? Die meisten Arbeitnehmer würden ihren Wert, ihre geleistete Arbeit viel höher einschätzen. Selten als ausreichend oder gar als zu viel einstufen. Interessant ist immer zu sehen, was brutto auf dem Lohnzettel steht und was danach abgezogen wird. Noch erschreckender ist, was ein Arbeitgeber an Lohnnebenkosten zahlen muss und was abgezogen wird. Dieses Summenspiel muss ein Arbeitnehmer im Grunde nicht interessieren. Derzeit spielen aber sehr viele Faktoren eine erhebliche Rolle, wenn am Ende des Monats mehr Tage als Geld übrig bleiben. Die Inflation ist auf einem Rekordhoch, Zinsen rauschen nach oben und unser verdienter Wohlstand scheint zu bröckeln. Ja, all das ist, zumindest bei uns, Jammern auf sehr h...

Ist der Mann dumm?

Sofern es die Zeit zulässt, sind ein oder zwei Stunden am Wochenende für mich reserviert, um gemütlich die Zeitung zu lesen. In meinem Fall meistens die Wochenendausgabe der Süddeutschen Zeitung. In der vergangenen Ausgabe der SZ waren gleich zwei längere Artikel über Putin zu lesen. Mein jüngerer Sohn sah, wie ich gerade einen dieser Artikel las und fragte mich, ob dieser Mann dumm sei? Gemeint war natürlich Putin. Wie er denn auf solch einen Schluss kommen würde, fragte ich ihn. Weil er Krieg gegen die Ukraine führe, Krieg grundsätzlich schlecht sei und Putin aus diesem Krieg nur als Verlierer aussteigen würde. Im ersten Punkt gab ich meinem Sohn recht. Beim zweiten Punkt war und bin ich mir nicht so sicher.   All das, was im Folgenden geschrieben wird, entschuldigt weder Putins Handlungen noch all die Konsequenzen eines Krieges. Laut einer Weisheit der Mutter Forrest Gumps (Film mit Tom Hanks) ist derjenige dumm, der Dummes tut. Insofern ist Putin dumm. Er hat etwas Dummes get...

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!

Unsere Gesellschaft ist in viele Systeme unterteilt, in denen Menschen nicht nur arbeiten, sondern zugleich auch Teil des Gesamten sind. Das mag auf den ersten Blick etwas kompliziert sein, ist es im Grunde nicht wirklich. Viele dieser Systeme bauen auf einer wesentlichen Säule auf: Vertrauen. Nehmen wir das Gesundheitssystem. Wenn ich krank bin, einen Unfall habe oder gesundheitlich Hilfe benötige, dann bediene ich mich bei dem Gesundheitssystem. Das ist in Österreich gut ausgebaut und auf einem sehr hohen fachlichen Niveau. Als Hilfesuchender bin ich auf Menschen angewiesen, die sich auskennen und mir das Vertrauen geben, dass mir geholfen wird. Würde ich dem System nicht vertrauen oder selbst Experte sein, dann würde ich keine Hilfe suchen. Logisch. In anderen Systemen wie Bildung, Politik oder dem Vereinswesen ist das Vertrauen ebenso ein Grundpfeiler. Vor oder neben diesem Prinzip des Vertrauens stehen Gesetze. Das bedeutet, dass jedes System mithilfe dieser kon...

Was für eine Frage?

Nach den Osterfeiertagen und im Kreise der Familie geht der Alltag bei uns also weiter. Gerade die Bilder aus der Ukraine hat man versucht, so gut wie es geht zu verdrängen und die medialen Bilder zu vermeiden. Wollte man doch seine Osterruhe haben. Vielleicht hat der ein oder andere ein stilles Gebet in der Kirche für die Kriegsopfer gesprochen. Aber grundsätzlich hatte der Krieg neben den bunten Eiern nicht wirklich Platz. Es ist eine Art Selbstschutz und nach über zwei Jahren anhaltender Pandemie ist der Ukrainekrieg ein weiteres belastendes Moment im eh schon stressigen Arbeitsalltag. Oder ist es gar kein Krieg? Ist es „nur“ ein Konflikt? Bei allem Respekt vor irgendwelchen Konventionen, aber eben genau die Bilder, die aus der Ukraine in unsere beschaulichen Vorarlberger Haushalte gelangen, können nur den klaren Eindruck hinterlassen, dass ein Konflikt - mit Verlaub - doch anders aussieht. Einen Konflikt hat Nachbar X mit Y, wenn der Kirschbaum zu weit über das n...