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Posts

Die postfaktische Gesellschaft

Was für ein klobiger Begriff! Postfaktisch kennt man bisher aus der Politik. Wikipedia erklärt das so: „Als postfaktische Politik wird ein politisches Denken und Handeln bezeichnet, bei dem Fakten nicht im Mittelpunkt stehen. Die Wahrheit einer Aussage tritt dabei hinter den emotionalen Effekt der Aussage vor allem auf die eigene Interessengruppe zurück.“ Das ist insofern interessant, als wir derzeit auf sehr vielen Ebenen postfaktisches Verhalten vorfinden. Daher ist es an dieser Stelle nicht ganz falsch, ein gesamtes Gesellschaftssystem als postfaktisch zu bezeichnen.    Ein Beispiel hat mir gezeigt, wie gefährlich emotional verpackte Nachrichten in kurzer Zeit soziale Netzwerke infiltrieren, ohne auf Fakten überprüft zu werden. Die digitalen Medien sind quasi das Lauffeuer der Verbreitung. Es ist das „Stille Post-Prinzip“ des 21. Jahrhunderts. Am Ende kommt eine Nachricht heraus, die rein nur auf der emotionalen Ebene ankommt. In der Politik ist das mit...

Geisterfahrer

Als Falschfahrer – umgangssprachlich auch Geisterfahrer – bezeichnet man Benutzer einer Autobahn oder einer Straße mit geteilten Richtungsfahrbahnen, die entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung fahren. Dabei ist diesen Fahrern oft nicht bewusst, dass sie falsch fahren. Es gibt ja den Witz, dass ein Geisterfahrer sich aufregt, dass alle anderen falsch fahren. Der russische Präsident ist derzeit so ein Geisterfahrer.    Gewalt, Waffengewalt und damit verbunden Krieg oder Terrorismus sind die schlimmsten Stufen, die Menschen einnehmen, um ihre Ideologien gegen andere durchzusetzen. Diese Stufen müssen verurteilt werden – überall und jederzeit!   Aktuell sehen wir auf allen medialen Informationsträgern Bilder von verzweifelten Menschen in der Ukraine. Einzelne Schicksale werden genauer beleuchtet und mit einem regionalen Bezug in Form von Verwandten, die im Ausland leben, hergestellt. Jedes Medium versucht über die Onlinekanäle 24 Stunden-Livestream...

Republik Wurschtreich

Herr und Frau Österreicher lieben Würste. Egal in welcher Größe und Form, mit oder ohne Beilage – völlig wurscht. Sogar musikalisch sind wir mit Conchita Wurst ganz oben angelangt. Mittlerweile ist es aber so, dass die Liebe zur Wurst auch in ein Alltagsgefühl übergegangen ist. Man kann dieses Gefühl auch als Resignation bezeichnen oder umgangssprachlich wie folgt äußern: „Mir isch eh alls wurscht!“ Bei der obersten politischen Spitze der Republik Wurschtreich hat man schon länger das Gefühl, dass all deren Tun und Handeln für sie selbst „eh wurscht“ ist. Angefangen vom Verkauf der Meinungsfreiheit an russische Oligarchen über die paradoxen Pandemieverordnungen bis hin zu den „Sidelettern“. Alles ist wurscht, solange die eigenen Vorteile erkennbar sind. Politisch gesehen geht man über Leichen und was die Pandemie anbelangt mitunter sogar wortwörtlich. Egal, wurscht.    Diese „Wurschtigkeit“ zieht sich in fast allen gesellschaftlichen Bereichen durch. Ist das alles ein Nebene...

Jäger und Sammler

In der Menschheitsgeschichte sind seit jeher Jäger und Sammler eine recht erfolgreiche Spezies. Was früher überlebensnotwendig war, wurde im Laufe der Zeit eher zu einem Hobby – Briefmarken als Beispiel.    Wer sich heute als Jäger und Sammler bezeichnet und dies hauptberuflich macht, der findet sich meist in den digitalen Branchen wieder. Das Sammeln von Daten ist mittlerweile ein Milliardengeschäft. Und was selbst viele Skeptiker nicht wissen oder ahnen: Auch von ihnen werden täglich Daten gesammelt. Wir kommunizieren, wir speichern und lesen, wir schauen und hören, veröffentlichen und teilen. Das Internet begleitet uns jeden Tag und bei jedem digitalen Schritt hinterlassen wir – bewusst oder unbewusst – unsere Spuren. Bei der Anzahl der Cookies, die man ständig auf den Internetseiten akzeptieren muss, wäre das Krümelmonster aus der Sesamstraße wahrscheinlich schon ein sehr übergewichtiges, blaues etwas. Aber es sind ja nicht nur die Cookies. Jedes digitale Gerät, das mit ...

Das Ende nicht vor dem Anfang loben

Moment, werden Sie jetzt denken. Diesen Spruch kenne ich, aber der geht ja anders? Richtig! Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. So würde es korrekt lauten. Bezogen auf die Pandemie wurde schon zu oft ein Ende prognostiziert. Zu oft wurden wir alle mit etwas vertröstet, was mit Stand jetzt nicht wirklich umsetzbar ist. Warum, werden Sie sich jetzt vielleicht fragen? Es gab eine Zeit - noch nicht allzu lange her - da wurde uns versprochen, dass das Ende der Pandemie mit der Impfung kommen wird. Es gab eine Zeit, da war Hoffnung und Vorfreude auf eine „neue Normalität“ mit einem WIR-Gefühl verbunden. Es gab auch eine Zeit, da wurde ich zum Beispiel für meine wöchentlichen Kommentare sowohl gelobt als auch kritisiert, aber nie persönlich verbal angegriffen. All das war einmal und das klingt wahrlich nach dem Beginn eines Märchens – ist es aber nicht.    Derzeit hat man das Gefühl, nur ein Schwarz-Weiß-Denken vorzufinden. Gut gegen Schlecht. Geimpft geg...

Recht und Pflicht

Nein, das wird keine juristische Abhandlung, aber ein kleiner Ausflug für eine Klarstellung soll mir erlaubt sein: Wenn etwas juristisch rechtlich verankert ist, dann wird es für uns Bürger zur Pflicht, dies zu befolgen. Beispiel Drogenkonsum – egal welche Droge – ist im Straßenverkehr nicht erlaubt. Das wird gesetzlich geahndet.    Komplett anders verhält es sich im alltäglichen Gebrauch der beiden Termini. Was sind aber nun die Rechte und Pflichten, die jeder von uns moralisch und ethisch hat? Wenn ein Politiker - eine Person des öffentlichen Interesses und im öffentlichen Leben stehend - Unrechtes getan hat, wäre es dann nicht seine Pflicht, Konsequenzen daraus zu ziehen? Ja, es ist das Recht des beschuldigten Politikers zu sagen, stimmt alles nicht, ich warte auf ein juristisches Urteil. Aber das kann erfahrungsgemäß dauern und sich ziehen. Somit erwartet die Bevölkerung, dass es seine moralische Pflicht wäre, sich zu entschuldigen und eventuell als Ko...

Entschuldigung

Nehmen wir einfach einmal an, ich wäre ein Politiker. Sowohl als Vertretung der Opposition als auch als ein führendes Mitglied in der Regierung. Und nehmen wir einmal an, es tritt etwas in Kraft, was eigentlich nie passieren wird. Lesen Sie hier die Entschuldigung der Politik an uns alle:   Seit über 20 Monaten hat uns die Pandemie voll im Griff. Anfänglich waren wir alle verunsichert, hatten Angst und wussten nicht wirklich, wie mit der Situation umzugehen ist. Natürlich ist es die Aufgabe der Regierung einem Land Sicherheit, Stärke und einen Weg aus der Pandemie zu zeigen. In vielen Situationen hat die Regierung versagt. Dafür möchte ich mich heute als Vertreter einer gewählten Regierung und Vertreter aller Parteien im Nationalrat aus vollster Überzeugung entschuldigen. Fehler passieren dort, wo Menschen arbeiten, handeln und Entscheidungen treffen müssen. Das trifft zumindest für die ersten Monate der Pandemie zu. Alles was später kam, war falsch oder wurde ...