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Posts

Es werden Posts vom Dezember, 2020 angezeigt.

Bewegung im Lockdown

Was wie ein Widerspruch klingt, ist es am Ende auch. Bewegung im Lockdown geht eigentlich gar nicht. Und doch hat die Bundesregierung in der Verordnung verankert, dass körperliche Tätigkeiten zur Fitness im Freien und möglichst alleine durchaus erlaubt sind. Mehr aber auch nicht. Dann ist schon Schluss mit lustig.   Das Land Vorarlberg möchte zusammen mit der Uni Innsbruck anhand einer Onlinebefragung ein situatives Bild zum Sportverhalten der Bevölkerung vor dem ersten Lockdown, während des Lockdowns, nach der Lockerung und im zweiten Lockdown erheben. Mitmachen kann jeder. Fast. Jeder ab 18 Jahren kann bei dieser Umfrage mitmachen. Aber welches Bild bekommen Land und Uni von dieser Befragung? In erster Linie von Bürgern, die im Lockdown selbstbestimmt ihr Freizeitverhalten gestalten können. Soll heißen, dass Menschen bei der Umfrage mitmachen, die selbst spazieren, wandern oder laufen gehen. Aber auch Menschen, die online ihre Yoga-, Pilates- und Tai-Chi-Kurse machen. Bei der U...

Gespräch aus der Zukunft

„Opa, erzähl mir, wie es damals war! Wir haben heute im Geschichtsunterricht gelernt, dass das Jahr 2020 so ziemlich alles auf der Welt verändert hat, stimmt das?“ „Ja, das ist richtig. Ich war damals Mitte vierzig und Anfang des Jahres 2020 hat sich alles sehr schnell verändert. So wie wir die Welt heute kennen, war sie vor dem Frühling 2020 nicht.“ „Aber was war vor 2020? War es besser?“ „Nein, es war eben anders. Schule, wie du sie heute erlebst, gab es damals in der Form nicht und zum Beispiel unser Gesundheitssystem wurde anders geregelt. Nehmen wir das Schulbeispiel her: Heute gibt es zwar noch Schulgebäude, aber für die meisten Unterrichtsfächer trefft ihr euch entweder online in Gruppen oder mit euren digitalen Unterrichtsmaterialien dort, wo ihr gerade das Thema behandelt. Damals gab es noch ausgedruckte Arbeitsblätter, Schulhefte und Schulbücher. All das kennt ihr gar nicht mehr. Eure digitalen Schulhelfer sind mittlerweile so handlich und für alles einsetzb...

Die Glocke läutet und der Hund bekommt sein Futter

Der Pawlowsche Hund. Wer kennt das Experiment zur klassischen Konditionierung nicht? Die Bezeichnung pawlowscher Hund (auch Pawlow’scher Hund) bezieht sich auf das erste empirische Experiment des russischen Forschers und Nobelpreisträgers für Medizin, Iwan Petrowitsch Pawlow, zum Nachweis der Konditionierung. Ein Hund wurde so konditioniert, dass er bei Glockengebimmel mit Futter rechnete. Die Verbindung Glocke und Futter wurde dem Hund also antrainiert. So die sehr verkürzte Erklärung des Experiments. Gilt dieses Prinzip auch für uns Menschen? Wie sehr sind wir im alltäglichen Leben konditioniert? Sind Gewohnheiten nur simple Konditionierungen? Beispiel: Wir sehen ein bekanntes Gesicht gehen auf diese Person zu und geben ihm instinktiv die Hand oder umarmen ihn sogar. Busserl links, Busserl rechts. Das haben wir so gelernt. Von Kindheit an. Erfolgte bei einer Begrüßung nur ein schüchternes Hallo, dann wurde man von den Eltern gemaßregelt, dem gegenüber doch brav die Hand...

Der nächste Schritt

Mein älterer Sohn feierte im September seinen 14. Geburtstag. Grundsätzlich nichts Außergewöhnliches, dennoch hier ein paar Gedanken dazu. Jedes Elternteil kann bestätigen, dass ein Kind mit 14 Jahren am Anfang oder schon sehr tief in der Pubertät steckt. Erzieherische Grabenkämpfe werden täglich ausgefochten und die bedingungslose Liebe zum eigenen Kind wird dadurch immer wieder auf den Prüfstand gestellt. Schon vor 14 Jahren haben wir uns als werdende Eltern die Frage gestellt, ob wir es überhaupt verantworten können Kinder in die Welt zu setzen. Das mag vielleicht den ein oder anderen Aufschrei geben, aber Tatsache ist, dass die globale Situation eher schlechter als besser geworden ist. Das Klima hat sich verschlechtert, die Gesundheitslage ist derzeit so angespannt wie noch nie und mit vielen anderen Faktoren ist eine Zukunftsperspektive für junge Menschen nicht wirklich rosig. Und dennoch haben wir uns bewusst für ein Familienglück entschieden. Bei vielen Paaren ist ...

Die nächste große Kränkung der Menschheit

In Anlehnung an die These der drei großen Kränkungen, die der Psychoanalytiker Sigmund Freud aufgestellt hatte, könnte 2020 die nächste Kränkung der Gesellschaft uns treffen oder schon getroffen haben. Mittlerweile gibt es schon etliche weitere Thesen von diversen Kränkungen, die uns alle betroffen haben. Im Endeffekt geht es bei diesen Thesen immer um die Sichtweise des Menschen, sein Bezug auf sich selbst und die Welt. Von der Erkenntnis, dass die Erde nicht als Mittelpunkt des Universums gilt, bis hin zur Tatsache, dass computergesteuerte Systeme mit in ihrer Effizienz und Arbeitsgeschwindigkeit den Menschen womöglich ersetzen könnten, sind mittlerweile fast zehn große Enttäuschungen hervorgegangen. All das sind Kränkungen, die unserem narzisstischen Denkbild entgegentreten. Nun könnte ein kleines Virus als nächste große Kränkung die Menschheit treffen. Warum? Seit Menschengedenken gibt es Krankheiten, die ganze Kontinente befallen oder sogar weltweit für Pandemien g...

Blick in die Zukunft

Wir schreiben das Jahr 2021. Der 47. US-Präsident wird nach vielen Querelen seines Vorgängers angelobt. Nachdem der 45. US-Präsident zurückgetreten ist und sein Vize-Präsident Pence als 46. US-Präsident Herrn T. noch schnell begnadigt hat, ist Joe Biden nun offiziell der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Und dennoch hat er nun die Monsteraufgabe die Vereinigung der US-Staaten aufrecht zu halten. Die Kluft ist so groß wie nie zuvor und seine Vorgänger Herr T. und Pence wiegeln die Bevölkerung immer noch gegen ihn auf. Genau dieses Anzweifeln und Kritisieren an dem Wahlergebnis von 2016 hätte man sich vielleicht auch vom damaligen Präsidenten Barack Obama oder der demokratischen Kandidatin Hillary Clinton gewünscht. So war der Einfluss anderer Staaten auf die US-Wahl wohl noch ausschlaggebender am Zustandekommen des Ergebnisses zugunsten von Herrn T. In Summe also kein guter Start für den neuen Präsidenten Biden. Er hat viele Probleme zu bewältigen, allen voran...

Zurück an den Start

„Gehe nicht über Los und ziehe nicht 200 Euro ein.“ Jeder Monopoly-Spieler kennt diese Spielkarte und ähnlich wie bei „Mensch ärgere dich nicht“ frustriert sie. Willkommen im zweiten harten Lockdown! Die Prognosen waren klar, die Zahlen haben eindeutiges gezeigt und zeigen es nach wie vor, und die Konsequenzen? Ja, darüber lässt sich streiten. Fakt ist, dass wir mit den Entscheidungen der Bundesregierung leben müssen, ob es uns gefällt oder nicht. Fakt ist auch, dass Zahlen der Hospitalisierungen und Patienten auf den Intensivstationen dramatisch gesenkt werden müssen. Dennoch bleiben so viele Fragen offen, dass es diesen Kommentar wahrscheinlich sprengen würde. Eine grundlegende Frage muss gestattet sein: Warum wurden nicht schon viel früher solche Konsequenzen gezogen, mit denen alle leben können, aber am Ende einen harten Lockdown womöglich vermieden hätten? Mittlerweile kann man auch nicht mehr sagen, dass Regierungen weltweit noch nie mit einer solchen Pandemie etwas...

Die Pillepalle-Küchentischrechnung

Ähnlich wie der Stammtisch im Gasthaus dient unser Küchentisch vor allem am Wochenende, wenn es die Zeit zulässt für angeregte Diskussionen zwischen meiner Frau und mir. Dabei werden wilde Theorien konstruiert oder schlicht Pläne für das Wochenende geschmiedet. Manchmal entstehen Diskussionen, die mitunter sogar Podcast-würdig wären. Vergangenen Samstag war wieder so ein Gespräch, das meine Frau passenderweise als Pillepalle-Küchentischrechnung bezeichnete. Worum ging es? Ab dem ersten Dezemberwochenende sollen in Österreich Corona-Massentestungen beginnen. Zuerst sollen alle im Bereich der pädagogischen Betreuung freiwillig getestet werden, danach österreichweit alle Polizisten. Eine Momentaufnahme, damit sogenannte Superspreader oder Cluster besser erkannt werden. Gut, und jetzt kommt die Pillepalle-Küchentischrechnung ins Spiel. Unabhängig von der Sinn- oder Unsinnhaftigkeit dieser Massentestungen kann folgendes passieren: Wenn zuerst die zwei genannten Berufsgruppen g...

Die eierlegende Wollmilchsau

    Sich einen Idealzustand schaffen oder eine Person wünschen, die alles kann und es jedem recht macht. Die eierlegende Wollmilchsau ist ein Synonym für etwas, das es nicht gibt und nie geben wird. Diesen Wunsch nach der eierlegenden Wollmilchsau finden wir derzeit in fast allen Bereichen unseres täglichen Lebens. Der Handel jubelt verhalten, da die Geschäfte wieder öffnen dürfen. Dadurch blickt man besorgt auf mögliche neue Infektionszahlen durch die Ansammlung von Menschen in relativ engen geschlossenen Räumen. Und mit spitzen-super-tollen Angeboten, die es nur jetzt und sonst nie wieder geben wird, warten schon alle Schnäppchenjäger ungeduldig auf das beste Fundstück ihres Lebens. Die Gastronomie verzweifelt immer mehr an den Restriktionen, denn durch den angebotenen Abhol- oder Zustellservice lässt sich das entgangene Tagesgeschäft niemals kompensieren. Bars, Clubs und Co. schauen sowieso durch die Finger. Der Tourismus kommt sommertechnisch mit einem blauen A...

Adventus vaccinus

      Nun ist es also soweit! Wir sind in der Adventszeit angelangt. Die Hoffnung auf eine besinnliche und doch gemeinsame Zeit mit Glühwein und Co. an den zahlreichen Weihnachtsmärkten war im Sommer noch groß. Diese Hoffnung ist so schnell verpufft, wie die Infektionszahlen nach oben stiegen.    Sei’s drum, dann ist das eben ein weiterer Punkt an unwiederbringlichen Dingen, die wir 2020 nicht machen können. Diese Liste der nicht wiederkehrenden Ereignisse für das Jahr 2020 - kurz LDNWE - ist für jeden von uns unterschiedlich lang und von unterschiedlicher Bedeutung. Und doch hat jede dieser Listen eines gemeinsam: Es bedeutet Verzicht, Verlust und für manche Ereignisse eben ein endgültiges Aus. Gerade für junge Menschen sind manch solcher Ereignisse ein wichtiges Ziel in ihrer schulischen Laufbahn. Beispiel Maturaball, „Käpplefäscht“ oder die Maturareise (bis jetzt auch alles andere als sicher). Was wird sich der Maturajahrgang 2020/21 s...